Gefunden oder erfunden?

 

Jetzt mal ganz ohne Flachs: Es gibt eine Handvoll Erfindungen der Menschheit, bei denen man sich fragt: Wie um alles in der Welt ist jemand auf die Idee gekommen, gerade dies oder das genau damit anzustellen, ohne zu wissen, dass ein bahnbrechendes Ergebnis dabei herum kommt? Klar, das Rad ist eine dieser Errungenschaften. Wo wären wir ohne das Rad? Wobei, offen gesagt, angesichts rollender Baumstämme nicht zu viel Fantasie nötig ist, um die Vision einer sich drehenden Scheibe zu bekommen.

Weit unter dem Radar fliegt hingegen Leinen. ,Wieso gerade diese Textilie?‘, möchte man fragen. Nun, Schurwolle zu gewinnen und anschließend zu verarbeiten liegt auf der Hand. Die Übertragung dieses Verfahrens auf die ähnlich aussehende Baumwolle bedarf auch eines gewissen zündenden Gedankens, ist aber letztlich nicht minder offensichtlich. Aber blaue Blumen zu trocknen, ihre langen Halme zu bündeln und anschließend aufwändig zu zerfasern, um sie am Ende zu Garn zu spinnen? Das ist entweder glücklich gefunden oder exzellent erfunden! In jedem Fall ist es Innovation vom Feinsten – und zwar eine mit über 30.000 Jahren Geschichte.

Seitdem wird Flachs, eben jene blaue Blume, kultiviert und liefert er einen vielseitig verwendbaren, nachhaltigen Rohstoff. Denn auch die Samenkörner sind als Leinsamen oder Leinöl ein unschlagbares regionales Superfood. Aber das ist ein anderes, spannendes Thema... Unseres ist der Sommerstoff schlechthin: Leinen. Atmungsaktiv, Feuchtigkeit aufnehmend, einfach zu waschen, bakterienhemmend, antistatisch – und fühlt sich darüber hinaus auch einfach gut an. Vor allem in modischen Hinguckern wie meinem Sommerkleid ERIKA. Pfiffig, unkompliziert, trendig und so langlebig, dass es in mehr als nur einer warmen Jahreszeit der Figur schmeichelt. Hüllen wir uns also nicht nur in Leinen, sondern in 30.000 Jahre Menschheitsgeschichte und danken durch laue Winde radelnd den Erfindern beider Pionierleistungen, die besonders im Zusammenspiel für richtig gute Laune sorgen!


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